Donnerstag, 30. Juli 2015

Die Waffenkultur – Ausgabe 23 (Juli/August 2015)



Ausgabe 23 (Juli/August 2015)





Die Juli/August Ausgabe hat folgenden Inhalt:

Vauban Stern: Taktische Wohnarchitektur heute
Fernverkehr. ALR 300 in .300 Win Mag
Multikaliberplattform: OA-15 M10 in .300 Whisper RUAG
Gib mir Fünf: SIG Sauer X-FIVE in 9 mm Luger
Tausendmal berührt: Walther PPQ im Belastungstest
Rumsitzen: Varianten der Schießposition Sitzend
Geflunatect: Schmierstoff auf Keramikbasis
Mark III: Verbessertes Combat Shirt von Clawgear
Die Lage der Ration: Selbsterhitzende Mahlzeiten von Albfood
Recht: Kameraüberwachung im privaten Bereich
Buchbesprechung: Dr. Christian Neitzel: „Schalldämpfer auf der Jagd“ und Paul R. Howe: „Leadership and Training for the Fight“







Sonntag, 26. Juli 2015

Basiskurs ZF-Gewehr (300 m)



Ab September 2015 wird Akademie 0/500 ein neues Kursmodul zum Thema „ZF-Gewehr / Scharfschützengewehr“ anbieten. Dieser 1-Tageskurs soll mindestens einmal pro Quartal abgehalten werden. Er ist konzipiert für Repetierbüchsen und Selbstladegewehre im Kaliber .308 Winchester. Die Teilnahme mit Waffen im Kaliber .30-06 oder .300 WinMag oder ähnliches ist gleichfalls möglich. Wer die Kosten nicht scheut, kann auch eine .338 Lapua Mag bringen. Die Zielfernrohre sollten ein MilDot-Absehen besitzen.



Das Ausbildungsziel ist, dem Teilnehmer alle notwendigen Fertigkeiten zu vermitteln, einen Erstschusstreffer auf 800 m anbringen zu können. Angewandt wird dazu eine praxisorientierte Einschießmethode auf der 25-m-Distanz. Am Nachmittag werden bei Schießübungen zwischen 200 m und 300 m unter anderem verschiedene Varianten des Anschlags „Sitzend“ erprobt.
Die Kurse finden wetterunabhängig im Müller Schießzentrum Ulm MSZU statt. Zur Deckung der Schießstandkosten wird vor Ort eine Zusatzgebühr von 15 Euro pro Teilnehmer erhoben.
Anmeldungen bitte über das Anmeldeformular: http://www.0-500.org/anmeldung.html

Mittwoch, 22. Juli 2015

Langzeittest: Black Label M4 - Woche 44 bis 45



3 Ausbildungstage & Magazinwirtschaft

Gesamtschusszahl: 2.970 + 330 = 3.300

Störungen Typ I: 0
Störungen Typ II: 0
Störungen Typ III: 0
Störungen Typ IV: 0


Bei insgesamt drei Ausbildungstagen erhöhte sich die Schussbelastung des M4 um 330 Schuss. Das Black Label erlebte dabei seine erste Fehlfunktion, die aber recht eindeutig einem defekten Magazin zugeschrieben werden kann.

Die Waffe diente zum Vorschießen aller Übungen bei einem Gruppenkurs sowie dem 2-tägigen CCO mit Akademie 0/500.
Das Black Label M4 erlebte nach mehr als 3.000 Schuss eine erste Zuführstörung. Ausgerechnet bei einer Demonstration zum Wechseldrill von Langwaffe auf Kurzwaffe wurde die letzte Patrone aus dem Magazin nicht zugeführt. Bei dem Magazin handelte es sich um ein G-Mag Kunststoffmagazin mit der laufenden Nummer #3, das zum Zeitpunkt mindestens vier bis fünf Jahre im Gebrauch war. Schätzungsweise hatte das Magazin bisher einen Durchlauf von 1.500 bis 2.000 Schuss. Zu Vergleichszwecken wurde das Magazin in einem anderen AR-15 (SIG 516) benutzt. Das Störungsmuster ließ sich dabei reproduzieren.



Verschleißpunkte
Es ist keine Studie bekannt, die eine belastbare Aussage zur Lebensdauer von Kunststoffmagazinen gibt. Fakt ist jedoch, dass Magazine einem Verschleiß unterliegen. Dieser Verschleiß findet an drei Punkten statt: Der Magazinfeder, den Magazinlippen und der Magazinhalterast. Im vorliegenden Fall hat sich offensichtlich im Bereich der Magazinhalterast eine Materialabnutzung eingestellt, die dazu führt, dass das Magazin nicht mehr hoch genug im Magazinschacht gehalten wird. Der Fairness halber soll die aufgetretene Störung deshalb nicht dem Black Label angelastet werden.

Black Label & Freunde


Magazinwirtschaft
Der Fall zeigt aber, wie wichtig es ist, funktionsfähige Magazine zu verwenden. Erfahrungsgemäß sind die meisten Störungen bei AR-15 auf schadhafte Magazine rückführbar. (Die zweithäufigste Ursache sind munitionsrelevante Störungen.) AR-15 Nutzer sollten dazu übergehen, eine Art „Magazinwirtschaft“ zu betreiben. Alle vorhandenen Magazine sollten fortlaufend nummeriert werden. Einmal im Jahr sollte ein Posten von zehn (besser 20) neuen Magazinen beschafft werden. Besteht der Verdacht, dass ein Magazin Störungen verursacht, sollte es konsequent ausgemustert und durch ein neues ersetzt werden.
Routinemäßig könnte das Magazin aber bspw. auch nach zwei Jahren Gebrauch und/oder 1.500 Schuss ausgemustert werden. Die Zahl der Magazinbefüllungen bzw. der Einrastvorgänge in der Waffe kann jeder Nutzer selbst hochrechnen, um für sich individuell eine Grenze für die Nutzungsdauer eines Magazins zu definieren. Es solange zu nutzen, bis die erste Störung auftritt, kann in einer einsatzorientierten Anwendung fatale Folgen haben.

4-fach vergrößernde Browe Combat Optik BCO


Cold Bore Shot 150 Meter
Beim Cold Bore Shot zeigte das Black Label seit Testbeginn erstmalig eine messbare Abweichung zwischen dem 1. Schuss und der folgenden Gruppe. Geschossen wurde aufgelegt vom Rucksack aus 150 m Entfernung. Der Cold Bore Shot liegt im Vergleich zur Gruppe etwa 4 cm hoch, was einem Hochschuss von etwa 2,5 cm auf 100 m entspräche.

Cold Bore Shot 150 m


Die folgende 150-m-Gruppe hat einen Durchmesser 6 cm, was eine Streuung von 0,4‰ bedeutet. Auf diese 0,4‰ scheint sich die Gesamtstreuung mit dem M4 einzupendeln. Für eine Gebrauchswaffe in diesem Preis-Leistungs-Verhältnis ein sehr ordentlicher Wert. Geschossen wurde wiederum mit GECO 63 gr. Als Optik diente die 4-fach vergrößernde Browe Combat Optik BCO mit Chevron-Absehen.

Chevron-Absehen des BCO




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Dienstag, 21. Juli 2015

OA-15 M10 in .300 Whisper RUAG



Schallgedämpfte 9-mm-Maschinenpistolen sind etwas in die Jahre gekommen und ballistisch untermotorisiert. Manch Spezialeinheit sieht sich daher nach Alternativen um. Die Lösung könnte hier im Kaliber .300 Whisper liegen und – wie könnte es anders sein – beim AR-15 Stoner System.


Es ist eine brandaktuelle Neuvorstellung des Sommers 2015 und kommt sozusagen noch handwarm aus der CNC-Fräse. Oberland Arms präsentiert ein OA-15 M4 MOD im Kaliber 5,56x45 mm, was jetzt keine große Sensation ist. Allerdings gibt es zu dieser Waffe ein Wechseloberteil im Kaliber .300 Whisper RUAG mit verstellbarer Gasentnahme. Die Entwicklung erfolgte in enger Kooperation mit dem Munitionshersteller RUAG, auf dessen Laborierungen die Waffe eigens abgestimmt ist.



OA-15 M10
Die als M10 bezeichnete .300 Whisper Ausführung besitzt einen freischwingenden 11“ Edelstahl-Lauf aus dem Hause Lothar Walther sowie einen Oberland Arms ARS 4-Rail Vorderschaft mit Picatinnyaufnahmen. Der OA Kompensator dient gleichzeitig als Schnittstelle für den Schalldämpfer. Nach Herstellerangaben ist eine Version mit integriertem Schalldämpfer in Vorbereitung. Das Herzstück des Wechselsystems ist die verstellbare Gasentnahme, welche die Nutzung sowohl von Überschall- als auch von Unterschallmunition ermöglicht. Aufgrund der Subsonic- und der Supersonic-Ladung entstehen aus der .300 Whisper im Grunde zwei völlig unterschiedliche Patronen. Die acht Gramm schwere Supersonic leistet an der Mündung etwa 1.500 Joule bei 600 m/sec, wohingegen die 14 Gramm schwere Unterschall-Ladung lediglich auf 600 Joule bei 290 m/sec kommt. Derartige Leistungsunterschiede kann kein im Waffenbau derzeit bekanntes Gassystem ohne zusätzliche Umschaltfunktion abdecken. Hier liegt die konstruktive Herausforderung beim Bau eines Selbstladers im Kaliber .300 Whisper. Besonders für die Nutzung in militärischen oder polizeilichen Spezialverwendungen muss der Umschaltmechanismus einfach zu bedienen, vor allem aber robust sein. Oberland Arms präsentiert hier eine Lösung, die an die verstellbare Gasentnahme des OA-10 DMR-E in .308 Win erinnert.
Die .300 Whisper Ball Überschallmunition ist leistungsmäßig mit der 7,62x39 mm Kalaschnikow zu vergleichen. Der Patrone wird ein hohes Präzisionspotential nachgesagt. Mit Unterschallmunition und Schalldämpfer kann die Waffe nach Herstellerangaben sogar in geschlossenen Räumen ohne Gehörschutz geschossen werden.



OA-15 M4 MOD
Das OA-15 M10 ist entweder als einzelne Waffe erhältlich oder als Plattform mit einem zusätzlichen M4 MOD Wechselsystem. Das M4 Obergehäuse entspricht dem aus der Serienproduktion. Es ist im Kaliber 5,56x45 mm ausgeführt, besitzt den 14,5“-Edelstahl-Lauf von Walther, der ebenfalls freischwingend gelagert ist. Auch am M4 MOD Obergehäuse kann der Kompensator als Schnittstelle für einen Schalldämpfer dienen.



Lower Receiver
Beim Untergehäuse handelt es sich um eine in Details weiterentwickelte Version des bekannten OA-15 Lower Receivers. Die Sicherung entspricht der OA Behördensicherung, welche in einem Winkel von 60° arbeitet. Die Sicherung kann auch aktiviert werden, wenn das Schlagstück abgeschlagen ist. Sie ist des Weiteren ambitexter bedienbar. Genau so wie der Magazinauslöser. Der Winterabzugsbügel lässt sich ohne Werkzeug öffnen. Alte Bekannte am Huglfinger Untergehäuse sind hingegen der 6-Positionen Schubschaft mit einem Verstellbereich von zehn Zentimetern und das gummierte Griffstück in zwei unterschiedlichen Größen.



Special Operations
Vor kurzem wurde bekannt, dass die niederländische Maritime Special Operations Force (NL-MARSOF) eine Ausschreibung zur Beschaffung von einigen Hundert Selbstladegewehren im Kaliber .300 BLK herausgegeben hat. Die Waffen könnten die bisher verwendeten HK416 im Kaliber 5,56x45 mm ergänzen, indem das Obergehäuse getauscht wird. Die NL-MARSOF, die ähnlich strukturiert ist, wie der britische Special Boat Service (SBS) hätte somit die Möglichkeit, ein leistungsstarkes Kaliber im Schalldämpferbetrieb zu verwenden. Ältere und ballistisch wesentlich schwächere 9-mm-Schalldämpfer Maschinenpistolen könnten ausgemustert werden.
Aber auch für polizeiliche Spezialeinheiten wäre diese Beschaffung interessant. Das AR-15 System bietet die Möglichkeit einer kompletten Waffenfamilie: Im Kaliber 5,56 als persönliche Primärwaffe, das Wechselsystem im Kaliber .300 Whisper RUAG für den schallgedämpften Einsatz und als Präzisionswaffe ein AR-10 im Kaliber .308 Winchester.
Die universelle, modulare Plattform des Stoner Systems macht es möglich. Der Ausbildungsaufwand der Einsatzeinkräfte würde sich vermutlich verringern, da die Bedienbarkeit und Handhabung aller Waffensysteme gleich bzw. familientypisch sehr ähnlich ausfallen. Gleiches gilt für Wartung und Instandsetzung.




Freitag, 10. Juli 2015

Langzeittest: Black Label M4 - Woche 36 bis 43



300 Meter

Gesamtschusszahl: 2.930 + 40 = 2.970

Störungen Typ I: 0
Störungen Typ II: 0
Störungen Typ III: 0
Störungen Typ IV: 0


In einer Trainingssitzung mit geringem Munitionsverbrauch absolvierte das Black Label M4 einige Schießübungen auf 100 Meter und 300 Meter. Das Resultat auf 300 Meter überraschte sehr positiv.
Die Waffe wurde aufgelegt vom Rucksack geschossen mit dem Vortex Razor HD in 1-6x24 und GECO Standardmunition 63 gr. Der Cold & Clean Bore Shot zeigte keine nennenswerte Abweichung von der folgenden 3er-Gruppe mit einem Streukreis von etwa 7 cm.
Nach einer geringfügigen Seiten- und Höhenkorrektur von jeweils zwei Klicks (1/2 MOA-Klickverstellung) produzierte das Black Label weiterhin Gruppen von 9 cm bis 10 cm Durchmesser. Das entspricht einer Gesamtstreuung von etwa 0,3‰, was für eine Gebrauchswaffe ein hervorragender Wert ist.

Das M4 wurde komplett „geflunatect“. Sämtliche Teile der Verschlussbaugruppe, Obergehäuse und auch der Lauf wurden gem. Herstellerangaben mit dem keramikbasierten Schmiermittel „FlunaTec Gun Coating“ bearbeitet. Wie sich diese Konservierung bewährt, werden die kommenden Testwochen zeigen. Die Waffe wird künftig häufiger mit Schalldämpfer geschossen werden, was zu einer stärkeren Verschmutzung führen wird.

Keine nennenswerte Abweichung zwischen dem Cold & Clean Bore Shot und der folgenden 3er-Gruppe

Auf 300 m produzierte das M4 Gruppen von 9 cm bis 10 cm Durchmesser

  
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