Montag, 30. September 2013

Die Waffenkultur – Ausgabe 12 (September/Oktober 2013)


Ausgabe 12 (September/Oktober 2013)


2 Jahre
Waffenkultur begeht das zweijährige Jubiläum. Zwei  Jahre lang schreiben wir unabhängig, innovativ, pragmatisch und ehrlich. Wir können mit Fug und Recht behaupten, das meistgelesene deutschsprachige Waffenmagazin geworden zu sein.
Die aktuelle Ausgabe bietet wieder einen interessanten Themenmix aus Informationen, Anleitung und Produktempfehlungen. Besondere Beachtung verdient auch unsere Bücherecke mit zwei Neuerscheinungen aus dem Sommer 2013. Beide Publikationen sind gute Beispiele für eine proaktive Argumentation zum Privatwaffenbesitz.


Die September/Oktober Ausgabe hat folgenden Inhalt:

OA-10: Multifunktionsgewehr in .308
Woran erkennt man gute Schießausbildung?
3D-Druck Technologie: Was ist dran?
Das Steifkind: SIG P229 mit DAK Abzug
Gut getarnt: Tikka T3 im RealTree®-Kleid
Standardübungen (6): The Test
Zubehör: Korrosionsschutzmittel und ihre Wirksamkeit
Warm verpackt: Wetterschutzjacke Level 7 von Helikon-Tex
Eingepackt: MePaBlu Gehörschoner TWIN TEC
Weggepackt: Reservebatteriebox von Storeacell
20 min Minimalprogramm (3): Klimmzug-Routine
Das Kalenderblatt: 200 Jahre Völkerschlacht bei Leipzig
Recht: Physikalisch wirkende NLW
Buchrezension: “Lessons from UN-armed America” von Mark Walters und Rob Pincus / “Emily Gets Her Gun: ...But Obama Wants to Take Yours” von Emily Miller




 

Donnerstag, 26. September 2013

Linkshandtraining (3): Die Holsterwahl


Die Wahl des richtigen Holsters ist nicht nur für Linksschützen ein zentraler Punkt. Auch Anwender von relativ wenig verbreiteten Waffenmodellen haben manchmal Mühe, etwas Geeignetes zu finden. Meist hilft nur der Eigenbau.


Waffe: SIG Sauer P 250
Gesamtschusszahl: 370 + 100 = 470

Störungen Typ I: 0
Störungen Typ II: 0
Störungen Typ III: 0
Störungen Typ IV: 0


Eigenbau oder Sonderanfertigungen von Holstern für Kurzwaffen sind heutzutage kein Hexenwerk mehr. Fast jeder hat einen Bekannten, der Kydex bearbeiten kann. Mit etwas Geschick und Fachwissen ist relativ schnell ein Spezialholster gebastelt, dass für Linksschützen verwendbar ist oder auch seltene Waffenmodelle aufnimmt.

Linksholster für Glock 17 / 19
gefertigt von Kydex by Bob aus der Schweiz (Link)




Linksholster für eine SIG Sauer P250 DAO
gefertigt von Waffenkultur-Autor Tobias Prinz (Link folgt)




Dienstag, 10. September 2013

ZF-Gewehr (7): 1.075 Meter


1.075 m ist die weiteste Distanz, auf der die Tikka T3 bisher Treffer generieren konnte. Die Einzelheiten zu den insgesamt drei Treffern beschreibt dieser Beitrag.


Gesamtschusszahl: ca. 450

Daten:
Entfernung: 1.075 Meter
Luftdruck: 860 HPa
Temperatur: 23 °C
Licht: sehr hell
Wind: 2 m/s aus 7 Uhr (bzw. 2 m/s aus 3 Uhr)

Werte:
Höhe: +135
Seite: -7 (bzw. +14)



Die Konfiguration der Waffe ist unverändert. Unter dem Kahles K312 sitzen Montageringe von ERA-Tac. Das Fehlen einer Blockmontage mit Vorneigung von 20 MOA oder mehr, wurde anfänglich als mögliches Problem für weite Schüsse analysiert. Bei einem Testschießen auf 750 m bzw. 1.000+ m zeigte sich jedoch, dass auch ohne Vorneigung Treffer platziert werden können.



750 Meter
Die Tikka T3 liefert Erstschusstreffer auf 750 m, Zielgröße etwa 45x45 cm. Der Höhenturm zeigte dabei +65. Seitenturm entsprechend den jeweiligen Windverhältnissen von 2 bis 4 m/s.

1.075 Meter
Spätestens bei 1.000 m wird die Systemstreuung einer Waffe im Kaliber .308 Winchester größer sein, als die Zielgröße von 45x75 cm. Fehlschüsse werden somit unvermeidlich. Ein weiteres Problem ist das richtige Bestimmen der Windverhältnisse. Diese können an der Position des Schützen anders sein, als im Zielgebiet. Ein Geschoss im Kaliber .308 hat etwa zwei Sekunden Flugzeit und ist während dieser Zeit permanent Wind und anderen Umwelteinflüssen ausgesetzt. Hier kommt es auf die Kompetenz und Erfahrung des Beobachters an, den Schuss dennoch ins Ziel zu lenken. Etwas Glück gehört auch dazu. Bei leicht einzuschätzenden Windverhältnissen erzeugte die Tikka T3 drei Treffer auf 1.075 m.



Ergebnisbetrachtung
Der kurze Lauf der T3 stellte sich bisher bei keiner Schießübung als Nachteil heraus. Auch ohne 20 MOA-Vorneigung konnten Treffer auf 1.000+ m generiert werden. Ein Zielfernrohr mit „Double Turn“ Höhenverstellung ist hierfür jedoch empfehlenswert.


ZF-Gewehr (1)
ZF-Gewehr (2) 
ZF-Gewehr (3)
ZF-Gewehr (4)
ZF-Gewehr (5)
ZF-Gewehr (6)
ZF-Gewehr (7)
ZF-Gewehr (8)
Tikka T3 TAC (9)
Tikka T3 TAC (10)
Tikka T3 TAC (11)
Tikka T3 TAC (12)
Tikka T3 TAC (13)
Tikka T3 TAC (14)
Tikka T3 TAC (15)
Tikka T3 TAC (16)

Samstag, 7. September 2013

ZF-Gewehr (6): Tarntape


Schwarz ist keine natürliche Farbe. Schwarze Gegenstände fallen immer auf: Im urbanen Umfeld gleichermaßen wie im Gelände. Bei Tag genauso, wie bei Nacht. Um das unnatürliche Schwarz zu neutralisieren, werden Waffen mitunter besprüht. Wir gingen einen anderen Weg und beklebten die Tikka T3 mit RealTree® Tarnklebeband


Gesamtschusszahl: ca. 300


Der so genannte „Paint Job“ wurde in den vergangenen Jahren relativ populär. Nicht zuletzt aufgrund der allgegenwärtigen Medienpräsenz militärischer Spezialeinheiten, welche die Farben ihrer Waffen dem jeweiligen Einsatzgebiet anpassen. Eine Gepflogenheit, die ursprünglich nur bei Scharfschützen angewandt wurde, um einen besseren Tarneffekt für das Gewehr zu erreichen, wird mittlerweile auch weit verbreitet bei Infanterieeinheiten genutzt. Dabei wird mittels Sprühdose Farbe auf die Waffe gebracht. Bewährt hat sich hierfür Krylon. Die Vor- und Nachteile der Sprühmethode sollen im folgenden Artikel nicht beschrieben werden.

RealTree® Tarnklebeband
Ein anderer Weg, eine Waffe zu tarnen ist das Bekleben mit einem Tarnklebeband. Die Kleberollen sind handelsüblich in verschiedenen Tarnschemen erhältlich. Die Entscheidung fiel auf das Tarnmuster RealTree® APG. Beschafft wurde das Klebeband zu einem Preis von etwa 8 Euro pro Rolle. Zum Tarnen eines Repetiergewehrs der Größe einer Tikka T3 mit Zielfernrohr sind mindestens zwei Rollen á 3 m erforderlich. Darüber hinaus sollte eine Rolle für Ausbesserungsarbeiten vorgehalten werden.






Durchführung
Zum Bekleben sollte die Waffe zerlegt werden. Zumindest sollten System und Lauf vom Schaft getrennt werden. Zu beklebende Metallteile sind vorher zu entfetten, bspw. mit Bremsenreiniger. Kunststoffteile, wie der Tikka-Schaft können mit etwas Fitwasser abgewaschen werden.
Das Bekleben an sich ist ein relativ einfacher Vorgang, bei dem wenig falsch gemacht werden kann. Wenn das Resultat einmal nicht gefällt, weil es Falten wirft, wird das Klebeband wieder entfernt und neu aufgebracht.





Lauf, Schaft, ZF
Für gewöhnlich beginnt man am Lauf und arbeitet sich nach hinten zur Systemhülse. Hier entsteht auch der einzige kritische Punkt, der beachtet werden sollte: Das Freischwingverhalten des Laufs muss gewährleistet bleiben. Anderenfalls kann es zu erheblichen Präzisionseinbußen kommen. Kontaktstellen zwischen Lauf und Schaft sind daher zu vermeiden. Empfehlenswert ist, im hinteren Bereich des Laufs die Unterseite nicht zu bekleben. Diese Stelle des Laufs verschwindet am Ende ohnehin wieder im Schaft und bedarf daher auch keiner Tarnung.




Im zweiten Schritt folgt das Bekleben des Schaftes. Den Vorderschaft von vorn nach hinten in Längsrichtung zu bekleben, macht am wenigsten Arbeit. Der Kolben wird einfach mit Klebeband umwickelt. Vorher ist die höhenverstellbare Schaftbacke abzunehmen. Ebenso wie die Schrauben für die Riemenösen. Diese können bei Bedarf gleich an die linke Waffenseite geschraubt werden. Auch beim Bekleben des Schaftes ist auf das Freischwingverhalten des Laufs zu achten.
Das Griffstück erfordert etwas mehr Materialeinsatz, da es durch seine konkave und konvexe Formgebung öfters umwickelt werden muss. Diese Stelle unterliegt einer hohen Grifffrequentierung. Sie wird daher häufiger ausgebessert werden müssen.
Zum Schluss ließe sich noch der Kammerstengel abtarnen; oder auch nicht. Das ist wie alles dem Gusto des Anwenders überlassen.


Mehr darüber ab dem 30. September 2013 in Waffenkultur 12