Freitag, 22. Februar 2013

AR-15 Armorerkurs

Den Austausch von Teilen sowie kleinere Reparaturen selbst vornehmen zu können, sollte zur Befähigung von Waffenbesitzern der Generation 2.0 gehören. Akademie 0/500 bietet dafür seit diesem Jahr Werkstattkurse für die Systeme Glock und AR-15 an.


Das AR-15 hat auch im deutschsprachigen Raum eine weite Verbreitung gefunden. Der modulare Aufbau und der riesige Zubehörmarkt verleitet Besitzer gern dazu, eigene Fähigkeiten zu überschätzen und Heimarbeiten auszuführen, für die weder entsprechendes Werkzeug noch Qualifikationen vorhanden sind.
In einer Kooperation zwischen Akademie 0/500 und Dynamic Arms Research (DAR) aus Zwickau werden in regelmäßiger Folge AR-15 Armorerkurse angeboten. Bei diesen Werkstattkursen geht es um wesentlich mehr, als nur den Schlagbolzen freizumachen. Ein Ziel ist, dem Waffenbesitzer ein besseres Grundverständnis für sein Waffensystem zu vermitteln. Fehleranalyse, der Austausch von Verschleißteilen, kleinere Reparaturen oder das Anbringen von sinnvollen Zusatzoptionen sollte der moderne Waffenbesitzer selbst vornehmen können. Das betrifft ausdrücklich nicht Arbeiten, die nur von einem erfahrenen Büchsenmacher durchgeführt werden sollten oder dürfen.

Lehrinhalte
Im Einzelnen werden folgende Lehrinhalte vermittelt:
Historische Entwicklung und Funktionsprinzip des AR-15
Nomenklatur
Feldmäßiges Zerlegen
Technische Inspektion und Hinweise zur Reinigung und Pflege
Funktions- und Sicherheitsüberprüfung
Vorstellen sinnvoller Armorer-Werkzeuge
Komplettes Zerlegen/Zusammenbau des Lower Receiver
Weiterführendes Zerlegen des Upper Receiver (gem. Hersteller & Varianten)
Optionen der Visiereinrichtung
Für die Teilnahme am Kurs ist eine eigene Waffe auf der Plattform des AR-15 erforderlich. Teilnehmer können auch Anbau- oder Austauschteile mitbringen, die im Kurs simultan verbaut werden sollen.


AR-15 Lost Parts Kit sowie Pin- und Federnsätze


Besonderheit und Schwerpunkt
Eine Besonderheit des Waffensystems offenbart sich jedem Bastler schnell, so zu sagen sprungartig: Hinter fast jeder Schraube und hinter fast jedem Stift sitzt eine Feder. Diese beschleunigt das Bauteil entweder direkt ins Auge oder auf den Fußboden. Auch deshalb ist der Besuch eines Werkstattkurses empfehlenswert.
Ein Schwerpunkt im Kurs liegt auf dem kompletten Zerlegen bzw. Bestücken eines Lower Receiver. Nach ein paar Erklärungen und mit etwas Geschick sind diese Arbeiten für jedermann ausführbar. Ein geeignetes Splinttreiber Set, Spitzzange, Hammer und eine Schraubstockaufnahme für das Untergehäuse, sog. „Lower Flipper“ sollten werkzeugseitig mindestens zur Verfügung stehen. In Ermangelung eines Lower Flipper kann auch auf ein Kunststoffmagazin zurückgegriffen werden. Hier sollte jedoch ein schwarzes Magazin gewählt werden. Anders farbige Magazinkörper sind aufgrund der beigemischten Farbpigmente weniger stabil.


Die Pivot Pin Feder lässt sich nur mit etwas Geschick wieder installieren.

Mehr darüber in Waffenkultur 09 am 30. März 2013. 

Der nächste AR-15 Armorerkurs findet am 20. April von 09.00 bis 18.00 in Berlin Köpenick statt. Die Investition beträgt 220 Euro. Anmeldungen über: http://0-500.org/anmeldung.html


Montag, 18. Februar 2013

SIG 516 Langzeittest – Woche 58 und 59

Ein Trainingsziel in 2013 ist, eine Fähigkeitslücke zu schließen und mit der schwachen linken Seite genau so effektiv arbeiten zu können, wie mit rechts. Das beinhaltet neben dem Stehendanschlag vor allem auch Kniend und Liegend. Eine erste Trainingseinheit erfolgte in KW07.


Gesamtschusszahl: 5.100 + 160 = 5.260

Störungen Typ I: 6
Störungen Typ II: 0
Störungen Typ III: 0
Störungen Typ IV: 2


Der überwiegende Teil von Trainingszeit wird in das Schießen aus der starken Schulter heraus investiert. Die schwache Seite wird meistens vernachlässigt. Man trainiert generell nur ungern, was man nicht kann. Sondern viel lieber das, was einem Spaß macht oder was man gewohnt ist. In der praxisorientierten Schusswaffenanwendung kann das fatale Folgen haben. Das Schießen aus der schwachen Schulter sollte regelmäßig mit ins Trainingprogramm integriert werden.

Der Schulterwechsel
Im ersten Schritt sollte der Schulterwechsel geübt werden. Es existieren bereits verschiedene motorische Ansätze, bspw. von Kyle Lamb oder Gabe Suarez. Die nachfolgend vorgestellte Variante orientiert sich am Ablauf von Kyle Lamb, wurde aber um eine Handbewegung vereinfacht.
Ziel sollte sein, die Wechselbewegung so sicher wie möglich zu gestalten. Außerdem sollte der Bewegungsablauf einfach erlernbar sein, stressstabil und mehr oder weniger universell einsetzbar.

Der Bewegungsablauf aus Sicht eines Rechtshänders mit dem dominanten Auge rechts:
Die Waffe befindet sich in der rechten (starken) Schulter.



Rechte Hand löst sich vom Griffstück und greift den Magazinschacht / das Magazin.



Die rechte Hand überführt die Waffe nach links. Gleichzeitig findet der Auslagenwechsel der Füße statt und die linke Hand löst sich vom Vorderschaft.



Die Waffe ist in der linken Schulter angekommen. Die linke Hand legt sich ans Griffstück.



Die rechte Hand rutscht nach vorn zum Vorderschaft.


Das rechte (dominante) Auge sollte zum Zielen jetzt geschlossen werden.

Wichtig ist:
Der Schütze muss seine Position im Linksanschlag vom ersten Training an ebenfalls über die Referenzpunkte aufbauen. Rechte Hand am Vorderschaft, linke Hand am Griffstück, Positionierung in der Schulter, Herstellen einer reproduzierbaren Kopfposition und wo immer möglich, rechter Unterarm in Kontakt mit dem Magazin.


Wechsel von Links nach Rechts 
Beim Wechsel von links nach rechts wird der Bewegungsablauf lediglich in umgekehrter Reihenfolge ausgeführt. Und hier ist auch die Vereinfachung gegenüber der Methode von Kyle Lamb zu finden.

Rechte Hand rutscht vom Vorderschaft zum Magazin(schacht).
Rechte Hand beginnt die Wechselbewegung. Gleichzeitig findet der Auslagenwechsel der Füße statt und die linke Hand löst sich vom Griffstück und greift den Vorderschaft.
Die Waffe ist in der rechten Schulter angekommen. Die rechte Hand löst sich vom Magazinschacht und legt sich wieder ans Griffstück.

Die rechte Hand geht also immer zum Magazinschacht und überführt die Waffe in die jeweils andere Schulter. Jedes Mal wird über die Referenzpunkte die stabile Schießplattform aufgebaut.



Fazit
Wenn erstmalig der Linksanschlag ins Training integriert wird, ist es elementar von Beginn an richtig und ehrlich zu trainieren. Jeder Anschlag, jede Schießposition sollte sich über reproduzierbare Referenzpunkte aufbauen bzw. sich aus diesen ergeben.
Kniend und Liegendanschlag folgen demnächst.


Es gibt kein Links oder Rechts. Sondern nur Freiheit oder Tyrannei.

 

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Mittwoch, 6. Februar 2013

ZF-Gewehr (3)


Der Unterbau zumindest steht schon einmal fest: Es wird eine Tikka T3 TAC kurz im Kaliber .308 Win. Die Waffe ist bestellt und sollte in Kürze eintreffen.


(Herstellerfoto)

Weit aus schwieriger gestaltet sich die Beschaffung eines Zielfernrohrs. Hier werden wir von mindestens einer wenn nicht sogar zwei Forderung abrücken müssen. Kopfzerbrechen bereiten außerdem die langen Lieferzeiten der Hersteller.


ZF-Gewehr (1)
ZF-Gewehr (2) 
ZF-Gewehr (3)
ZF-Gewehr (4)
ZF-Gewehr (5)
ZF-Gewehr (6)
ZF-Gewehr (7)
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Tikka T3 TAC (14)
Tikka T3 TAC (15)
Tikka T3 TAC (16)

Dienstag, 5. Februar 2013

SIG 516 Langzeittest – Woche 53 bis 57


Solange bis eine neue Langzeittestwaffe gefunden ist, wird die SIG 516 weiter genutzt. Auf einem 0/500-Gewehrkurs in KW 05 wurde die Waffe zum ersten Mal seit Jahresbeginn geschossen.


Gesamtschusszahl: 4.970 + 130 = 5.100

Störungen Typ I: 6
Störungen Typ II: 0
Störungen Typ III: 0
Störungen Typ IV: 2


In den ersten Wochen des Jahres 2013 fand urlaubs- und witterungsbedingt kein Schießen statt. Die 516 erlebte somit ihren ersten Auftritt zum Vorschießen aller Übungen auf einem 0/500-Gewehrkurs am letzten Wochenende. Die Waffe lief erwartungsgemäß störungsfrei. Verschossen wurde die Standardlaborierung GECO 63 gr. Genutzt wurde die Eisenvisierung mit Samson-Klappkorn und MaTech-Lochkimme.




Die Resonanz zum (vorläufigen) Abschlussbericht zur SIG 516 in Waffenkultur 08 vom 30. Januar war durchweg positiv. Vielen Dank an dieser Stelle für die Leserzuschriften.
Eine neue Langzeittestwaffe ist noch nicht auserkoren. Vermutlich fällt die Entscheidung auch erst in KW 10 während der IWA. Hersteller, die Interesse haben, können sich gern mit uns in Verbindung setzen.



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Montag, 4. Februar 2013

GROM Hauptmann Krzysztof Woźniak KIA (23.01.2013)


Einer unserer 0/500-Teilnehmer aus Polen bat mich den Tod seines Freundes hier zu veröffentlichen.

Hauptmann Krzysztof Woźniak wurde am 23. Januar 2013 während eines Feuergefechtes in Afghanistan schwer verwundet. Trotz sofortiger Evakuierung per Hubschrauber ins polnische Feldlazarett in Ghazni erlag er seinen Verletzungen.



Der 36-jährige Familienvater hinterlässt Frau und drei Kinder. Es war sein vierter Einsatz in Afghanistan.
Soweit bekannt ist Krzysztof Woźniak der erste Gefallene, den die Spezialeinheit GROM in Afghanistan zu verzeichnen hat und der 40. polnische Soldat insgesamt.


Ruhe in Frieden!

Für Krzysztof Woźniak: