Freitag, 30. November 2012

Die Waffenkultur – Ausgabe 07 (November/Dezember 2012)




Ausgabe 07 (November/Dezember 2012)



Amerika, Gandhi & Waffenkultur

Amerika hat gewählt und europäische Politiker überschlagen sich zu betonen, dass Obamas Wertvorstellungen besser zur EU passen würden, als die seiner Herausforderer. Natürlich tun sie das, denn diese Wertvorstellung sind: Der Ruf nach immer mehr Staat, immer größere staatliche Eingriffe in private Lebensbereiche, Entzug von Eigenverantwortung, Beschneidung von Grundrechten und nicht zuletzt der Versuch zu Waffengesetzverschärfungen. (Hat sich einer von den waffenbesitzenden Obama-Befürwortern im deutschsprachigen Raum schon einmal gefragt, welche Steilvorlage ein amerikanischer Assault Weapon Ban für ein Halbautomatenverbot in unseren Breiten sein wird?)

Wir brauchen nicht fortwährend „noch mehr Staat“, der uns Eigenverantwortung aberzieht,  permanent „regulierend“ in unsere Leben eingreift und uns mit Transferleistungen korrumpiert, die wir ihm vorher in Form Steuergeldern zahlen mussten. Was der Staat uns gibt, kann er uns auch wieder wegnehmen. Mehr Staat bedeutet immer auch weniger Freiheit. Das gilt für Europa gleichermaßen wie für die Vereinigten Staaten von Amerika. Und für diese Politik steht Obama wie kein anderer US-amerikanischer Präsident vor ihm.


Gandhi soll einmal gesagt haben: „Zuerst lachen sie über Dich, dann ignorieren sie Dich, dann bekämpfen sie Dich und am Ende gewinnst Du.“
In welchem Stadium sich Waffenkultur derzeit befindet sei dahin gestellt. Mit unseren 12.000 Lesern pro Monat sind wir zumindest auf dem Weg, das meistgelesene deutschsprachige Waffenmagazin zu werden. Und das in einem Segment, in dem Printmedien in den letzten fünf Jahren gute 30% ihrer Leserschaft verloren haben.
Die hohen und ständig steigenden Zugriffszahlen machten einen Serverwechsel erforderlich. Das war ein hartes Stück Arbeit und leider kam es dabei für kurze Zeit zu Einschränkungen unserer Erreichbarkeit. Wofür ich nachträglich um Verständnis bitten möchte.


Die November/Dezember Ausgabe hat folgenden Inhalt:

- Schusswaffen: Selbstladepistole Caracal
- Ausbildung & Taktik: Akademie 0/500 mit neuen Kursen
- Ausbildung & Taktik: Trockentraining mit der SIRT-Laserpistole
- Ausbildung & Taktik: Dot Drill – eine Form der Meditation
- Hieb & Stich: Benchmade 275 Adamas
- Ausrüstung: Gewehrtragetasche TCC von SERT
- Ausrüstung: Einsatzbekleidung von Köhler
- Fighting Fit: Core and Combat Conditioning
- Geschichte & Geschichten: Das Heeresgeschichtliche Museum in Wien
- Das Kalenderblatt: 200 Jahre Konvention von Tauroggen
- Buchvorstellungen: „Diplomat mit 2 Berufen“ von Bernd Fischer und „Geheime Solidarität“ von Klaus Storkmann




Zum .pdf-Download: http://www.waffenkultur.com/



Dienstag, 27. November 2012

S4G – Das Buch

Wir arbeiten an einer deutschen Fassung des französischen Titels „Le sniping de 4ème génération“ von Philippe Perotti. Angekündigt war das Erscheinen schon für Sommer 2012. Es gab Verzögerungen. Wofür ich bei den zahlreichen Interessenten um Verständnis bitten möchte.

Die häufigen Nachfragen motivieren jedoch, auf einen schnellen Abschluss des Buchprojekts zu drängen. Im weiteren Verlauf werden wir weitere Titel von Philippe Perotti in deutscher Sprache veröffentlichen.

Sobald das Buch „Sniping 4. Generation“ in Deutsch lieferbar ist, werden wir es hier und über die „üblichen Internetkanäle“ kommunizieren.




Freitag, 23. November 2012

SIG 516 Langzeittest – Woche 46


Für etwa 2.000 Schuss hat der Lauf der SIG 516 keine akribische Reinigung mit Bronzebürste oder Öl erfahren. Nur der Schmauch wurde hin und wieder mit einem „Bore Blitz“ entfernt.

Gesamtschusszahl: 4.510

Störungen Typ I: 6
Störungen Typ II: 0
Störungen Typ III: 0
Störungen Typ IV: 2


Die letzte Detailreinigung der SIG 516 ist einige Wochen und ca. 2.000 Schuss her. Nur die neuralgischen Teile (also Gasventil mit Gaskolben und komplettem Gestänge) wurden regelmäßig gereinigt sowie der Verschlussträger hin und wieder abgewischt. Der Lauf wurde das letzte Mal im Juni gründlich geputzt. Die Laufpflege erstreckte sich seither lediglich auf das Durchziehen mit einem „Bore Blitz“ aller 500 Schuss (oder so).




Laufreinigung
Im Gegensatz zur „Bore Snake“ besitzt das relativ neue Produkt „Bore Blitz“ keine eingearbeitete Bronzebürste, sondern besteht nur aus einem Seil, in das kalibergroße Kunststoffkugeln und zwei Schwämme eingelassen sind. Ich verwende den „Bore Blitz“ trocken. Man kann ihn aber auch mit Öl getränkt benutzen.
Der „Bore Blitz“ befreit den Lauf von Pulverschmauch lässt den Abrieb des Geschossmantel jedoch drin. Dieser wirkt gewissermaßen präzisionsfördernd, solange immer dieselbe Laborierung verschossen wird. (Wird die Laborierung gewechselt, bedarf es wieder ca. zehn bis 15 Schuss, bis der Geschossmantel so viel Abrieb im Lauf hinterlassen hat, dass dieser präzisionsfördernde Effekt wieder eintritt.)




Material
Es empfiehlt sich zur Laufreinigung nur hochwertige Produkte zu verwenden. Putzstöcke von Dewey kommen dabei als erstes in den Sinn. Ich habe zwei angeschafft. Ein Putzstock ist mit der Bronzebürste bestückt, der andere mit einer Aufnahme für VFG-Laufreiniger. (Auch die Verwendung von Baumwoll-Patches ist möglich. Ich finde die VFG-Filzpfropfen aber besser zu handhaben.)
Empfehlenswert ist auch die Verwendung einer Putzstockführung. Nach Entnahme des Verschlussträgers wird diese in den Upper Receiver geschoben. Dabei ist es nicht notwendig, die Führung bis zum Anschlag ins Patronenlager zu drücken.
Als Reinigungs- und / oder Schmiermittel verwende ich Shooter’s Choice Bore Cleaner, Öl von Brunox bzw. Nigrin Mehrzweckfett.




Anwendung
Die empfohlene Vorgehensweise zur Laufreinigung kann auch anderswo im Internet nachgelesen werden. Meine Variante unterscheidet sich kaum.
Einen VFG-Filzpfropfen mit Bore Cleaner tränken und durch den Lauf stoßen. Danach die Bronzebürste ebenfalls mit Bore Cleaner benetzen und acht bis zehn Mal durch den Lauf schieben. Darauf achten, dass die Bürste vollständig aus dem Lauf austritt, bevor der Umkehrschub begonnen wird. (Manche Schützen schieben die Bronzebürste nur in Schussrichtung durch den Lauf und schrauben sie dann ab. Diese Vorgehensweise ist Meinesserachtens nicht zwingend erforderlich.)
Anschließend zwei bis drei VFG-Filzpfropfen durch den Lauf schieben. Besitzt der letzte Filzpfropfen noch Ablagerungen, ist die gesamte Prozedur zu wiederholen.
Alternativ kann statt des Bore Cleaners auch Brunox-Öl verwendet werden.
Ich verzichte auf ein abschließendes „Einölen“ des Laufs.


Eine der wichtigsten Schrauben am AR-15: Durch das Drehen am Korn wird die Waffe justiert und damit Treffen erst ermöglicht ;-) Auch hier kann ein Tropfen Öl nicht schaden.


Fazit
Trotz der 2.000 Schuss ohne akribische Laufreinigung mit Bronzebürste und Lösungs- bzw. Schmiermitteln, waren bei der SIG 516 weder Präzisionsverluste noch Funktionsstörungen zu beobachten. Die Waffe lieferte nach wie vor Erstschusstreffer auf 500 Meter.
Voraussetzung ist allerdings, dass man Billigmunition mit teils korrosiven Pulver vermeidet. Rückstände daraus können den Lauf sprichwörtlich über Nacht ruinieren.


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Dienstag, 20. November 2012

SIG 516 Langzeittest – Woche 45

Ein weiterer S4G-Kurs: Die SIG wurde nochmals mit dem S&B Short Dot bestückt, mit dem sie in Testwoche 23 eingeschossen worden war.

Gesamtschusszahl: 4.410 + 100 = 4.510

Störungen Typ I: 6
Störungen Typ II: 0
Störungen Typ III: 0
Störungen Typ IV: 2


Das Zielfernrohr wurde in dem Zustand wieder auf die Waffe gesetzt, wie es nach KW 23 abgebaut wurde. Woche 23

Beim Einschießen am Morgen bewies die Kombination Waffe / Montage eine extrem hohe Wiederholgenauigkeit ohne messbare Treffpunktabweichung.

Dementsprechend lieferte die SIG 516 wieder Erstschusstreffer über 500 Meter auf Zielmedien der Größe 75x45 cm und auch auf 45x45 cm.





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Donnerstag, 15. November 2012

SIG 516 Langzeittest – Woche 43 und 44

Während einer Trainingssitzung mit geringerem Munitionsverbrauch wurde verifiziert, welche Klickverstellung das Samson-Klappkorn und die MaTech Lochkimme haben.
 
Gesamtschusszahl: 4.330 + 80 = 4.410

Störungen Typ I: 6
Störungen Typ II: 0
Störungen Typ III: 0
Störungen Typ IV: 2


Versuchsaufbau
Die SIG 516 wird aus 25 Meter Entfernung liegend vom Rucksack aufgelegt geschossen. Als Haltepunkt dient ein schwarzes Quadrat von etwa drei mal drei Zentimeter. Geschossen werden jeweils Gruppen von drei Schuss.
Nach der ersten Gruppe wird die Lochkimme um zehn Klicks nach rechts verstellt. Nach der zweiten Gruppe das Korn um fünf Klicks entgegen dem Uhrzeigersinn. Nach der dritten Gruppe die Lochkimme um zehn Klicks nach links. Nach der vierten Gruppe noch einmal. Nach der fünften Gruppe wird das Korn wieder um fünf Klicks im Uhrzeigersinn verstellt und nach letztlich nach der sechsten Gruppe die Lochkimme wieder um zehn Klicks nach rechts.
Gruppe 7 müsste wieder mit der ersten Gruppe identisch sein.
Aus jeder Dreischussgruppe wird der mittlere Treffpunkt ermittelt. Die Abstände zwischen den mittleren Treffpunkten werden gemessen und durch die jeweilige Klickanzahl dividiert. So ergibt sich ein relativ genauer Mittelwert pro Klick auf 25 Meter.




Auswertung
Der Mittelwert aus den beiden Höhenverstellungen am Samsonkorn beträgt 6,35 cm. Somit verursacht ein Klick eine Höhenverstellung um 1,27 cm auf 25 Meter. Entspricht 5 cm auf 100 Meter.
Der Mittelwert aus den insgesamt vier Seitenverstellungen der MaTech Lochkimme beträgt 4,75 cm. Somit verursacht ein Klick eine Seitenverstellung um 0,475 cm auf 25 Meter. Entspricht 1,9 cm auf 100 Meter.





Ergebnisbetrachtung
Korn: Die im Versuch ermittelte Höhenverstellung weicht von der Standard Höhenverstellung eines A2-Korns ab. In Ausbildungsvorschriften zum M16 A2 ist die Verstellung mit 0,83 cm pro Klick angegeben. (hier: 1,27 cm)
Lochkimme: Der ermittelte Wert von 1,9 cm pro Klick für die Seitenjustierung entspricht fast genau der Herstellerangabe von einer  ¾ MOA (2,2 cm) für die MaTech Lochkimme.
Bis auf eine der geschossenen Gruppen lassen sich alle mit einer 2-Euro-Münze abdecken. Das entspricht einem Streukreis von < 2,5 cm auf 25 Meter, bzw. einer Gesamtstreuung von < 1 ‰. Dieser Wert gilt als erstrebenswert und spiegelt ein realistisches Potential des Gesamtsystems wieder.





Kritik am Modell
Dem Gesamtsystem Waffe / Munition / Schütze können folgende Fehlerquellen innewohnen:
Zielfehler des Schützen
Zielfehler verursacht durch veränderliche Lichtverhältnisse (viel / wenig Sonnenlicht)
Allgemeine Fehler des Schützen (Schießtechnik)
Treffpunktverlagerung durch Lauferwärmung
Grobe Rastungen bei den Verstelleinrichtungen
u.a.

Der Versuch wird bei nächster Gelegenheit wiederholt.


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Freitag, 2. November 2012

ZF-Gewehr (2)

Zahlreiche Leserzuschriften kamen zu diesem Projekt. Dafür herzlichen Dank. Die Vorschläge werden in diesem Beitrag zusammengefasst und (anonym) veröffentlicht.  


Waffe
Die Kriterien waren:
Kaliber: .308 Winchester
Einsatz: bis 800 Meter
Gewicht (ohne Optik): < 4 kg (angestrebt 3,5 kg)
abnehmbares Magazin
Budget: 2.000 €
(vorteilhaft: Mündung mit Außengewinde)

Vorschläge:
Savage 10 FCP-SR
Tikka T3 TAC
Tikka T3 Varmint
Remington 700 Police LTR
LuxDefTec HSG-41
SHR 970




Optik (Zielfernrohr)
Die Kriterien waren:
Verstellrichtung Höhenturm: bei Rechtsdrehung nach OBEN
Verstellrichtung Seitenturm: bei Rechtsdrehung nach RECHTS
Klickverstellung in 10mm-Schritten
MilDot Absehen
Budget: 1.600 €
(vorteilhaft: 3-12x50)
(vorteilhaft:Brillanz im Absehen, hohe Dämmerungsleistung)

Vorschläge:
Leupold VX-3 oder Mark 4
Kahles K 312 II (3-12 x 50)
S&B 3-12x50 PM II mit P3 Absehen
Steiner Tactical/Military 3-12x50
S&B 3-20x50



Montage
Die Kriterien waren:
Blockmontage
Schnellspannung
20 MOA Vorneigung
Budget: 200 €

Vorschläge:
Keine Schnellspannung, Fixe Montage, Schrauben Loctiten


Bei der Waffe kristallisiert sich die Tikka T3 TAC heraus. Sie erfüllt die gestellten Forderungen am Besten. Preislich interessant wäre natürlich der G3-Klon. Aber mit 4,5 kg Eigengewicht liegt er außerhalb der Kriterien. (Was nicht bedeutet, dass es nicht trotzdem für andere Zwecke angeschafft wird.)

US-amerikanische Zielfernrohre scheiden aus. Ein Umbau der Verstellrichtung würde zu viel Aufwand bedeuten. Das Kahles wäre eine Option gewesen. Leider ist hier die Verstellrichtung des Seitenturms konträr. Bleiben Schmidt & Bender PM II und Steiner Tactical. Die Proliferationspolitik der Firma Steiner ist zumindest für mich etwas undurchsichtig. Aber das ZF hätte ein beleuchtetes Absehen und liegt sogar im Budget.


Richtig ist die Aussage, dass die Montage zum vorgesehenen Zweck nicht unbedingt eine Schnellspannung haben muss. Dieses Kriterium wird gestrichen.


siehe auch:

ZF-Gewehr (1)
ZF-Gewehr (2) 
ZF-Gewehr (3)
ZF-Gewehr (4)
ZF-Gewehr (5)
ZF-Gewehr (6)
ZF-Gewehr (7)
ZF-Gewehr (8)
Tikka T3 TAC (9)
Tikka T3 TAC (10)
Tikka T3 TAC (11)
Tikka T3 TAC (12)
Tikka T3 TAC (13)
Tikka T3 TAC (14)
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Tikka T3 TAC (16)
Tikka T3 TAC (17)