Montag, 27. Februar 2012

SIG 516 Langzeittest – Woche 08

Aimpoint lieferte uns das neue PRO (Patrol Rifle Optik). Die Trainingssitzung auf einer Außenanlage bei etwa 1°C hatte zum Ziel, das Aimpoint PRO einzuschießen, die Ursachen für die bisherigen Störungen zu verifizieren und ein paar Zeitübungen zu absolvieren. Das dritte „Klick“ kam dann doch etwas überraschend.


Gesamtschusszahl: 560

Störungen Typ I: 3
Störungen Typ II: 0
Störungen Typ III: 0
Störungen Typ IV: 1

Verschleißteile: keine




Nach der obligatorischen Haltepunktüberprüfung der offenen Eisenvisierung, erfolgte die Montage des Aimpoint PRO. Das PRO (Patrol Rifle Optik) wird mit Montage geliefert und kann mit einem Handgriff auf jeder Picatinnyschiene befestigt werden. Wie bei allen Aimpoint Optiken ist das Einjustieren denkbar einfach: Die Höhen- und Seitenverstellung ist mit einem kleinen Geldstück zu bedienen; die Klickverstellung hat eine Rastung von ½ MOA.

Unkonventionelle Anschläge
Durch Schießen aus unkonventionellen Anschlägen ohne festes Widerlager in der Schulter wurde versucht, eine Störung zu provozieren. Die SIG 516 wurde um 90° nach links und rechts verkantet geschossen sowie um 180° gedreht. Die Waffe funktionierte störungsfrei.
Bei dieser Art des Schießens offenbaren Leuchtpunktoptiken ihre Vorteile: Immer wenn der Rotpunkt auf dem Ziel liegt, wird auch der Treffer auf dem Ziel sein.

½ & ½ Drill (Kyle Lamb)
Der ½ & ½ Drill wurde schon einmal zu Beginn des Tests geschossen. Die Herausforderung bei diesem Drill besteht darin, seinen Schießrhythmus bei jeder Teilübung zu verdoppeln, seine Schüsse mitzuzählen (Es sollten genau zehn sein) und natürlich zu treffen. Die SIG 516 absolvierte einen sauberen Durchgang mit folgenden Zwischenzeiten: 20 Yard: 8,61 Sekunden, 10 Yard: 4,99 Sekunden und 5 Yard: 2,47 Sekunden.


Ein sauberer Durchgang 1/2 & 1/2 Drill



5/1 Drill (Paul Howe)
Der so genannte 5/1 Drill ist eine von zehn Standardübungen aus dem Instruktorenprogramm von Paul Howe (CSAT Texas). Der Schütze schießt aus 7 Yard (Ausgangsposition Low Ready) fünf Schuss in eine Box von etwa 15x35 cm, gefolgt von einem Schuss in ein Quadrat von 15x15 cm. Die Referenzzeit beträgt 3 Sekunden.
Diese Übung wurde insgesamt achtmal absolviert. Jeweils abwechselnd einmal mit dem Aimpoint PRO und einmal mit Eisenvisierung. Ziel war es herauszufinden, ob signifikante Unterschiede in den Zeiten erreicht werden. Gewertet wurden nur Durchgänge mit 100% Treffern.

Im Mittelwert aus vier Durchgängen mit dem Aimpoint PRO lag die Gesamtzeit bei 2,79 Sekunden.
Mit Eisenvisierung bei 2,99 Sekunden.
Der erste Schuss brach im Schnitt bei 0,9 Sekunden (Aimpoint) bzw. bei 0,91 Sekunden (Eisenvisier).
Die Zeit für die kritische Bewegung zwischen Schuss 5 und 6 lag mit dem Aimpoint bei 0,54 Sekunden. Mit Eisenvisier bei 0,58.

Das Schießen von einer einzigen Standardübung ist sicher nicht repräsentativ. Es zeigt aber, dass ein geübter Schütze, der eine Eisenvisierung beherrscht, keinen signifikanten Zeitvorteil durch das Nutzen einer Rotpunktoptik erreichen kann.
Das subjektive Empfinden während der Schussabgabe spricht allerdings eindeutig für die Verwendung eines Red Dot. Die Zielerfassung wird wesentlich einfacher. Bei jedem Schuss das Korn zu fokussieren, ist anstrengend und erfordert mehr Übung.


Plus acht saubere Durchgänge 5/1 Drill


"Klick"
Bei einem Durchgang gab es eine weitere Störung. Eine Patrone wurde nicht zugeführt. Störungstyp I – Patronenlager leer. Obwohl das Magazin korrekt eingerastet war.

Schließhilfe
Ein Mangel, der sich schon zu Beginn des Tests gezeigt hat, ist die nicht korrekt funktionierende Schließhilfe (forward assist). Diese versagt auf den letzten Millimetern ihren Dienst. Es ist nicht möglich, den Verschluss manuell in die Verrieglung zu drücken.

Aimpoint PRO
Das Aimpoint PRO ist eine der neusten Entwicklungen des Schwedischen Herstellers. Im Grunde handelt es sich um ein Upgrade des CompM3.
Das PRO wird inklusive einer Montage geliefert, die zur Aufnahme auf allen M1913 MilSpec Picatinnyschienen vorgesehen ist. Die Optik kann mit oder ohne „Spacer“ montiert werden. Ohne Spacer erzeugt das Aimpoint PRO bei AR-15 Systemen den sog. Co-Witness.
Der Rotpunkt hat eine Größe von 2 MOA. Seine Helligkeit kann über 6 Stufen reguliert werden. Darüber hinaus stehen 4 Stufen als Nachtsichtoption zur Verfügung.
Das PRO verfügt über die hauseigene Advanced Circuit Efficiency Technology (ACET), welche den Energieverbrauch der Leuchtpunktoptik drastisch senkt. Die Lebensdauer der 3V Lithium Batterie (Type 2L76 oder DL1/3N) wird vom Hersteller mit 30.000 Stunden angegeben. Was etwa 3 Jahren Dauerbetrieb entspricht.
Der Rohrkörper hat 30 mm Durchmesser. Das Gesamtgewicht mit Montage beträgt lediglich 335 Gramm.







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Dienstag, 21. Februar 2012

SIG 516 Langzeittest – Woche 06 und 07

Die SIG 516 wurde auf einem Gewehrkurs der Akademie 0/500 zum Vorschießen aller Übungen genutzt. …und machte wieder zweimal „klick“.


Gesamtschusszahl: 390

Störungen Typ I: 2
Störungen Typ II: 0
Störungen Typ III: 0
Störungen Typ IV: 1

Verschleißteile: keine



Wenn das lauteste Geräusch ertönt, das es gibt, wenn man ein „Bumm“ erwartet, nämlich ein „Klick“, dann ist das ein sicheres Zeichen für einen Störungstyp I. Auch bekannt als „failure to fire“. Die Ursachen sind entweder ein Zündversager oder ein leeres Patronenlager. Das Patronenlager war in beiden Fällen aber keineswegs leer, sondern bestückt mit Munition der Marke GECO .223 Rem. Target 63 gr. (Die Standardmunition für unseren Test).

Während beim ersten „Klick“ die Patrone noch problemlos herausrepetiert werden konnte, musste bei Störung zwei mit dem Hinterschaft etwas Beschleunigung in Richtung Erdboden aufgebaut werden; bei gleichzeitigem Ziehen am Spannschieber. Anders ließ sich die Patrone nicht aus dem Lager entfernen. Die beiden Patronen selbst zeigten keine Beschädigungen. Beide Störungen traten innerhalb von fünf Schuss auf und innerhalb eines Magazins. Wobei man das Magazin als Ursache weitgehend ausschließen kann.

Die Waffe war zu diesem Zeitpunkt nicht übermäßig stark beansprucht. Sie war weder verschmutzt noch heiß. Sie sollte lediglich fünf Schuss aus dem Liegendanschlag abfeuern und fünf Schuss aus dem Kniendanschlag.
Auch die Umwelteinflüsse waren nicht extrem. Es herrschten etwa 5°C (Raumschießanlage).

Zündversager oder Waffenstörung?
Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit von zwei Zündversagern quasi hinter einander bei Qualitätsmunition? Oder wurden die Störungen doch waffenbedingt hervorgerufen?
Die Zündhütchen beider Patronen zeigten einen Abdruck. Dieser war aber nicht so tief, wie bei gezündeten Patronen üblich. Beide Ladungen zündeten beim nächsten Abschlagversuch nachdem sie wieder aufmunitioniert worden waren.

Fazit

Waffenstörungen nerven. Wir warten ab, was Woche 08 bringt.


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Sonntag, 19. Februar 2012

OA-10 DMR von Oberland Defence

Pünktlich zur IWA wird die Oberland Defence GmbH einen neuen Selbstlader im Kaliber .308 Win. vorstellen. Der Gasdrucklader basiert auf dem direct impingement System.

Der 18“-Lauf besitzt eine Dralllänge von 1:11 und ein Mündungsgewinde der metrischen Größe 15/1. Ausgeliefert wird die Waffe mit einem 2-Kammer-Kompensator.

Die Picatinnyschiene auf dem Gehäuse ist durchgehend und ermöglicht somit die sinnvolle Montage optischer und optoelektronischer Zielhilfen.

Ist der 6-Positionen-Schiebeschaft ganz eingeschoben, beträgt die Länge der Waffe 94 cm. (102 cm bei ausgezogenem Schaft)

Das Gewicht der Waffe beträgt ohne Optik 4,3 kg. Beim Oberflächenfinish kann man zwischen schwarz oder dark earth brown wählen.

Leider wird diese Waffe nicht ihren Weg in den Privatmarkt finden. Nach Herstellerangaben wird sie ausschließlich für Behörden gefertigt.








General technical specification:
cal.: 7.62mmx51 / .308 Win.
operation: gas operation, rotating bolt, semi automatic
material: F53 aluminium hardcoat, F50 stainless steel
barrel: stainless steel, with flutings and cooling thread
barrel chamber: Match / CIP .308
barrel length: 457mm /18 inch
twist: 178mm /1-11 inch
total Length: 1020mm
total length, with collapsed Stock: 940mm
weight without magazine and access.: 4.3kg
magazine capacity: 20`rd
top rail receiver: MilStd1913, Picatinny
4-rail handguard: MilStd1913, Picatinny
trigger system: semi automatic two stage match trigger
dustcover: yes, opens automatically
brass deflector: yes
muzzle device: 2-chamber compensator, metric 15/1 thread
grip: ergonomic rubber
stock: adjustable stock (6 positions), heavy buffer, rubber-butt-plate:

Further details:
- Adjustable gas block with / without silencer
- long Picatinny rail connecting upper receiver and handguard
- integrated flip-up rear sight and front sight
- Zeiss Hensoldt 4-16x56, Mildot reticle illuminated, first focal plane, Cover for Scope
- Scope mount, quick-detach for 34mm-tube scope
- High quality bolt carrier group with heavy carrier
- Heavy buffer – H3
- Easily operated trigger guard
- Ambi Safety-Lever – 45°
- Big charging handle (gas deflecting), with big latch
- Gun finish in black or coated in dark earth brown

Accessories & Sling:
- 5x 20rd Magazine, OA-Mag with chrome silicone spring, Dust Cover and Indication Window
- Operating Instruction in English or German.

Kontakt: http://www.oberland-defence.com/

Mittwoch, 8. Februar 2012

SIG 516 Langzeittest – Woche 03 bis 05

Witterungsbedingt und aufgrund knapper Zeit konnte die SIG 516 in den vergangenen zwei Wochen nicht die Übungen absolvieren, die eigentlich vorgesehen waren.
Die Zuschriften zum Langzeittest waren jedoch sehr zahlreich. Eine zentrale Frage dabei dreht sich immer wieder um die optimale Dralllänge für das Kaliber .223 Rem.



Dieses Thema wird in Anwenderkreisen kontrovers diskutiert und mitunter auch missverstanden. Die Behauptung, dass eine Dralllänge von 10“ für .223er Büchsen „unbrauchbar“ sei, ist schlichtweg falsch und wohl eher eine Internetlegende.

Richtig ist, dass es beim Kaliber .223 Rem. einen „grünen“ Bereich gibt. Sozusagen einen Allroundbereich. Dieser Bereich kann auf die Dralllängen von 10“ bis 7“ ausgedehnt werden und auf die Geschossgewichte von 55 gr. bis zu 69 gr.
Das bedeutet, alle Geschossgewichte aus diesem Spektrum können aus Waffen mit Dralllängen von 10“ bis 7“ ohne Nachteile verschossen werden.

Greift der Anwender zu Geschossgewichten schwerer als 69 gr., sind die Projektile meist auch länger. Dadurch werden zur besseren Stabilisierung kürzere Dralllängen (bspw. 7“) erforderlich. Hingegen besteht bei relativ leichten Geschossen mit weniger als 55 gr. oder 52 gr. in Verbindung mit kurzen Dralllängen die Gefahr einer Deformation oder gar Fragmentierung. Diese Faustregel darf aber nicht als lineare Funktion missverstanden werden, wonach jeder Geschossgewichtserhöhung auch eine Reduzierung der Dralllänge folgen muss.

Als Beispiel hierfür steht das Schweizer Sturmgewehr 90 mit seiner Dralllänge von 10“ aus dem die Militärpatrone GP90 mit einem Gewicht von 63 gr. sehr erfolgreich verschossen wird.
In der Kaliberklasse .223 Rem. muss man sich nur tiefere Gedanken zur Dralllänge machen, wenn feststeht, dass sehr schwere Geschosse (70 gr. und darüber) Verwendung finden werden.

Die SIG 516 besitzt einen 10“ Drall. Im Test verwenden wir hauptsächlich die GECO Patrone .223 Rem. mit einem 63 gr. Geschoss. Präzisionsverluste waren bisher nicht feststellbar.




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