Dienstag, 31. August 2010

Standardübungen

Standardübungen sind aufgrund ihres definierten Ablaufs eine gute Messgröße zur Beurteilung von Schießfertigkeiten. Bei diesen Übungen ist immer eine Mindesttrefferzahl vorgegeben, in den meisten Fällen sind sie auch mit einer Zeitbegrenzung hinterlegt. Einige Übungen und was beim Üben beachtet werden sollte, beschreibt dieser Beitrag.


Dot Drill
Der Dot Drill ist das Maß aller Dinge in Bezug auf die Grundfertigkeiten des Schießens. Das Zielmedium ist ein Blatt Papier im A4-Format mit zwölf Punkten von etwa einem Zoll Durchmesser.
Der Schütze steht in einer Entfernung von drei Metern und beschießt die Punkte von links oben beginnend Zeile für Zeile mit jeweils drei Schuss. Für diese Übung gibt es kein Zeitlimit. Ziel sollte sein, alle zwölf Punkte ohne Fehlschuss zu beschießen.
Fehler bei der Umsetzung von Grundfertigkeiten (Visierbild, Haltepunkt, Abzugskontrolle und Nachzielen) werden durch diese Übung schonungslos offenbart. Insbesondere Schützen, die in dynamischen Schießsportdisziplinen antreten möchten oder Gebrauchswaffenträger, die sich aufbauend im taktischen Schusswaffengebrauch weiterbilden wollen, müssen den Dot Drill zu jeder Zeit – so zu sagen aus dem Stand heraus – fehlerfrei schießen können.
Der Dot Drill bietet sich als Einstiegsübung für jede Trainingssitzung an.





The Test (Der Test)
Die Entwicklung dieser Standardübung wird dem US-amerikanischen Schießausbilder Ken Hackathorn zugeschrieben. Als Zielmedium dient eine 10er-Ringscheibe.
Der Schütze steht in einer Entfernung von zehn Yards und schießt innerhalb von zehn Sekunden zehn Schuss auf die Scheibe. Die Treffer sollten dabei alle im schwarzen Bereich der Scheibe liegen bzw. eine Gruppe von nicht mehr als Handtellergröße darstellen.
Ausgangsposition für diese Übung ist eine Bereitschaftsposition eigener Wahl mit geladener Waffe.
Der Schütze sollte einen Schießrhythmus von etwa einem Schuss pro Sekunde anwenden. Der erste Schuss sollte nach 1,5 bis 2 Sekunden brechen.
Neben den Grundfertigkeiten erfordert diese Übung des Weiteren eine saubere Umsetzung von schießtechnischen Elementen, wie z.B. einer stabilen Grifftechnik oder des Natürlichen Zielpunkts.
Ein häufig zu beobachtender Fehler sind schnelle Schussfolgen. Oftmals verfallen Schützen in ein zu schnelles und daher unkontrolliertes Schießen, anstatt die Vorgabezeit von zehn Sekunden voll auszunutzen.


3 / 3 / 3 / 3
Drei Schuss aus drei Metern in drei Sekunden. Das ganze dreimal hintereinander. Als zusätzliches Element wird bei dieser Standardübung der Ziehvorgang mit eingebunden. Das Ziel sollte nicht größer sein als drei mal drei Zoll. Ein A4-Blatt mit drei vertikalen Balken bietet sich für diese Übung an.
Die Übung gilt dann als erfüllt, wenn in jedem der drei Durchgänge die erforderlichen Treffer innerhalb der Zeitbegrenzung erbracht werden konnten.




Paul Howe (CSAT) Standards
Das Ausbildungsprogramm von Paul Howe bietet ebenfalls einige interessante Übungen, die als Standardübungen herangezogen werden können.
http://feuerkampf-und-taktik.blogspot.com/2010/08/csat-tactical-pistol-instructor.html


Fazit
In jedem Fall sollten sich Standardübungen an folgenden Anforderungen messen lassen:
Sie sollten im Aufbau einfach und überall durchführbar sein. Die Zielmedien sollten einfach darstellbar sein. A4-formatige Scheiben bieten sich an, da diese mit wenig Aufwand erstellt, lies: kopiert werden können. Der Zeitansatz als auch der Munitionsverbrauch sollten gering gehalten werden. Das erreichte Ergebnis der Übung sollte messbar und somit vergleichbar sein. Eine zu hohe Komplexität in den Übungen beansprucht nicht nur kostbare Trainingszeit, sondern kann auch den Trainingserfolg schmälern.

Sonntag, 22. August 2010

Abzugskontrolle

Die meisten Fehlschüsse haben ihre Ursache in einer ungenügenden Abzugskontrolle. Das Abkrümmen wird somit zu einem sehr wichtigen Element der Schussabgabe. Der folgende Beitrag beschreibt Trainingsmethoden, welche bei regelmäßiger Anwendung die Abzugskontrolle nachhaltig verbessern werden.


Trockentraining
Trockentraining sollte fester Bestandteil im Ausbildungskonzept sein. Trockentraining zur Verbesserung der Abzugskontrolle beschränkt sich dabei auf das Abkrümmen ohne Schussabgabe. Der Schütze stellt zu Übungsbeginn Sicherheit an der Schusswaffe her und überzeugt sich noch ein weiteres Mal, dass sich weder ein Magazin in der Waffe noch eine Patrone im Patronenlager befindet.
Zum Üben geht der Schütze in Anschlag, stellt sein Visierbild her, findet einen Haltepunkt und betätigt den Abzug. Wichtig ist: Das Visierbild darf beim Abkrümmen nicht gestört werden. Wackelt das Visierbild oder geht gar der Haltpunkt verloren, liegt eine schlechte Abzugskontrolle vor und der Schuss wäre „verrissen“ gewesen.
Der Bestand des Visierbildes ist wichtigstes Kontrollelement beim Trockenüben.
Bei dieser Übung kann zusätzlich eine leere Patronenhülse auf den Schlitten bzw. auf das Korn der Pistole gestellt werden. Die Hülse darf während des Trockenabkrümmens nicht herunterfallen.
Anwender von Double-Action Waffen sollten mit dieser Methode vorrangig auch das Betätigen des (schweren) Double-Action Abzugs trainieren.



Ball & Dummy Drill
Der Ball & Dummy Drill wird im scharfen Schuss ausgeführt. Ein Trainingspartner präpariert die Waffe so, dass der Schütze nicht weiß, ob sie geladen ist oder nicht. Der Partner übergibt die Waffe mit unbekanntem Ladezustand an den Schützen. Dieser versucht in Nahdistanz ein entsprechend kleines Ziel zu treffen. Üblicherweise wird diese Übung auf eine Entfernung von drei bis vier Metern geschossen. Als Ziel dienen Punkte mit einem Durchmesser von ein bis zwei Zoll.
Bricht ein Schuss, sollte der Treffer im Punkt liegen. Bricht kein Schuss, sollte sich die Waffe beim Abkrümmen nicht bewegt haben. Das zu beobachten ist Aufgabe des Trainingspartners. Hat der Schütze beim Abkrümmen „gemuckt“ (lies: Den Punkt nicht getroffen oder ein Zucken der Waffe beim Trockenabkrümmen), entlädt der Schütze seine Pistole und vollzieht unmittelbar nach dem Fehlschuss fünf Mal ein ruckfreies Trockenabkrümmen. Dieses Prozedere wiederholt der Schütze nach jedem Fehlschuss. Er bestraft sich so zu sagen für jeden Fehlschuss selbst und versucht seinem Zeigefinger einen korrekten Bewegungsablauf anzukonditionieren. Um sowohl Spaß als auch Trainingseffekt zu steigern, kann diese Handlungsroutine auf den jeweiligen Trainingspartner mit ausgedehnt werden. Das heißt, produziert Partner 1 einen Fehlschuss oder ein Mucken, entladen Partner 1 und 2 ihre Waffen und vollziehen jeweils fünf saubere Trockenabschläge.

Ball & Dummy Drill mit Zeitlimit
Der Schwierigkeitsgrad dieser Übung lässt sich durch das Einbinden der Messgröße Zeit steigern. Bisher war es einzig dem Schützen überlassen, wann er den Abzug betätigen wollte. Bei dieser Übungsergänzung wird der Druck etwas erhöht, indem der Abzug innerhalb einer Vorgabezeit betätigt werden muss. Nach wie vor wird die Waffe durch den Trainingspartner präpariert und der Schütze hat keine Gewissheit über den Ladezustand. Der Schütze geht in Anschlag und wartet auf das Feuerkommando, welches ihm mittels Timer gegeben wird. Der Timer wurde mit einer Splitzeit von komfortablen zwei Sekunden programmiert. Innerhalb dieses Zeitfensters muss der Abzug betätigt werden. Auch hier sollte der Treffer wieder im Punkt sein bzw. die Waffe beim Abschlagen nicht mucken. Tut sie das doch, entladen beide Partner ihre Waffe und vollziehen wieder fünf Trockenabschläge ohne Zeitlimit.

Ball & Dummy auf Kommando
Eine weitere Steigerung erfährt der Ball & Dummy Drill durch das „Schießen auf Kommando“. Jetzt steht kein Zeitfenster mehr zur Verfügung, sondern das Abkrümmen hat unmittelbar beim Ertönen des Timersignals zu erfolgen.


Fazit
Selbst erfahrene Schützen werden bei diesen Übungen Defizite in Bezug auf ihre Abzugskontrolle feststellen. Wichtiges Element ist die „unmittelbare Selbstbestrafung“ durch fünf Mal trocken Abkrümmen. Diese Sequenz ist ohne Zeitdruck und mit größter Sorgfalt auszuführen. Sie dient der positiven Konditionierung des Abzugsfingers nachdem ein falscher Bewegungsablauf erkannt wurde.
Das aus dem Schießsport bekannte „Leerabschlagen“ ist grundsätzlich zu unterlassen. Oftmals wird es als eine mehr oder weniger unbewusste Handlung nach der letzten Schießübung vollzogen. Streng genommen führt es aber zu einer Fehlkonditionierung des Abzugsfingers, bei der die oben genannten Elemente des Trockentrainings (Anschlag, Visierbild, Haltepunkt und konzentriertes Abkrümmen) vernachlässigt werden. Darüber hinaus ist das „Leerabschlagen“ die letzte Trainingseinheit des Tages. Sie hat somit erheblichen Einfluss auf die Konditionierung des Abzugsfingers.

Freitag, 13. August 2010

"Sul" vs. "Norte"

Im taktischen Einsatz einer Schusswaffe muss die Bereitschaftshaltung anderen Anforderungen genügen als im reinen Sportschießen. Die Praxis brachte hierzu in der Vergangenheit verschiedene Lösungsansätze hervor. Dieser Beitrag befasst sich mit den Positionen „Sul“ und „Norte“.


Der taktische Schusswaffengebrauch unterliegt wie auch Taktik selbst einem ständigen Prozess der Weiterentwicklung. In welcher Position eine Waffe gehalten werden sollte, wenn gerade nicht mit ihr geschossen wird, ist eine kontrovers diskutierte Frage und ein wichtiger Baustein im Gesamtkonzept einer auf taktische Belange ausgerichteten Schießausbildung. Die Art und Weise der Bereitschaftshaltung wird im taktischen Schusswaffengebrauch durch mehrere meist unbekannte Faktoren determiniert. Ein Kompromiss ist daher meist unumgänglich. Zieht man in Betracht, dass eine „sichere Richtung“ nicht existiert, sondern vielmehr eine reale 360°-Umgebung, wird Mündungsdisziplin zu einer Hauptforderung. Schließlich soll eine Gefährdung eigener Teammitglieder durch das so genannte „Sweeping“ ebenso vermieden werden, wie die Gefährdung von umherstehenden Unbeteiligten.

Position Sul
Position Sul wurde im Jahre 1997 vom amerikanischen Schießausbilder Max Joseph entwickelt. Joseph ging zu dieser Zeit einem Engagement als Ausbilder bei der brasilianischen Polizei nach. Daher auch der Name Sul, was im Portugiesischen „Süd“ bedeutet.
Der Schütze hält die Waffe eng am Oberkörper auf Höhe des Solarplexus mit der Mündung nach unten – südwärts – gerichtet. Die Mündung zeigt dabei auf den Boden etwa 30 Zentimeter vor dem Schützen, was per se als sicher für das Vorgehen im Rahmen einer Kleingruppe angesehen werden kann. Die linke Hand liegt flach auf dem Solarplexus bzw. Bauch. Der Schlitten der Pistole befindet sich auf den Knöcheln der linken Hand, welche gleichzeitig als Indexpunkte dienen. Der Finger ist lang und berührt den Abzug nicht. Wahlweise kann der Schütze seine beiden Daumen gegeneinander pressen. Bei einer etwas abgewandelten Ausführung von Sul befindet sich die linke Hand nicht hinter der Waffe, sondern liegt darüber.
„Sul“ ermöglicht sowohl ein schnelles Einnehmen des Anschlags als auch ein sicheres Holstern der Waffe. Sul bietet aber nur ungenügende Möglichkeiten für das Nachladen der Pistole.



Position Norte
Eine weitere Option wäre, die Mündung in die entgegengesetzte Richtung, nämlich nach oben zu halten. In Anlehnung an die portugiesische Bezeichnung Sul heißt diese Position auch Norte, also Nordwärts. Von Kritikern wird sie mitunter ins lächerliche gezogen und als „Sabrina-High-Ready“ bezeichnet. Die Schauspielerin Kate Jackson war mit der Serie „Drei Engel für Charlie“ öfters auf einem Kinoplakat mit Pistole in Position Norte abgebildet, was dieser Waffenhaltung eine unverhoffte und auch ungewollte Popularität einbrachte.

Um die Position „Nordwärts“ einzunehmen, wird die Kurzwaffe aus dem Anschlag heraus zurückgebracht und die Mündung nach oben gerichtet. Der beidhändige Waffengriff bleibt dabei bestehen. Der Abzugsfinger sollte lang an der Waffe anliegen. Die Pistole befindet sich jetzt auf Kopfhöhe jeweils rechts bzw. links neben dem Kopf. Das Sichtfeld wird somit nicht eingeschränkt. Eine Variante kann das einhändige Ausführen von Norte sein. Aus der reinen Bereitschaftsposition wird somit eine Nachladeposition. Die Waffe wandert dabei unmittelbar ins Sichtfeld des Schützen, was ihm weiterhin eine Vorfeldbeobachtung erlaubt. Der US-amerikanische Schießtrainer Ken Hackthorn war es, der als erster ausbildete dabei durch den Abzugsbügel zu sehen.



Der größte Vorteil von "Nordwärts" ist das Herstellen einer 360°-Sicherheit. Weitere Vorteile sind beispielsweise, dass die Waffe in dieser Position nachgeladen werden könnte, sie dient außerdem in gewisser Weise als Kopfschutz und die Waffe befindet sich in einer günstigen Position, um sie zum Schlagen nutzen zu können, sollte das die Situation erforderlich machen. Im Gegensatz zu Sul muss die Griffhaltung an der Waffe nicht aufgegeben werden. Ein wesentlicher Punkt, der ebenfalls noch für die Anwendung von „Nordwärts“ spricht, ist die Körpersprache. Dadurch, die Waffe auf Augenhöhe zu halten, wird vermieden eine gebückte und gekrümmte Körperhaltung einzunehmen. Das ist leider viel zu oft bei Schützen zu beobachten, die Nachladetätigkeiten unmittelbar vor dem Oberkörper ausführen oder gar in einer Haltung, wo beide Arme 45° nach vorn unten ausgestreckt werden. Eine gekrümmte Körperhaltung signalisiert dem Gegner Angst, Wahrnehmungsentkopplung und Hilflosigkeit. Wohingegen eine aufrechte Körperhaltung hohe Wahrnehmungsfähigkeit und Bereitschaft zum Kampf ausdrückt.
Napoleon soll sinngemäß gesagt haben: Es ist besser und manchmal einfacher, den Feind mental zu schwächen, als körperlich.



Beim Herstellen der Position „Nordwärts“ ist unbedingt darauf zu achten, dass sich die Waffe neben dem Kopf befindet und nicht unterhalb des Kinns. Überstreicht die Mündung Teile des Kopfs, kann das fatale Folgen bei einer unbeabsichtigten Schussabgabe haben.

„Nordwärts“ wohnt im Grunde nur ein Nachteil inne: Soll die Waffe aus dieser Position heraus direkt geholstert werden, muss der Schütze hohe Mündungsdisziplin walten lassen. Anatomisch bedingt neigt ein Rechtsschütze dazu, mit der Waffe den Bereich zu seiner Linken zu überstreichen und somit unter Umständen Teammitglieder oder Unbeteiligte zu gefährden. Hier einen korrekten Bewegungsablauf ins Training zu integrieren und regelmäßig zu üben erhöht die Stresssicherheit.


Sul und Norte mit Langwaffen

Spricht man über Techniken des taktischen Schusswaffengebrauchs, reicht es nicht aus, diese Techniken isoliert zu betrachten. Vielmehr muss man sie als Baustein eines ganzheitlichen Konzeptes sehen. Das beinhaltet in diesem Fall auch eine Analyse, wie sich Position Norte oder Sul in die Handhabung einer Langwaffe, lies: Sturmgewehr, einbinden lassen. „Nordwärts“ stellt sich diesbezüglich unkompliziert dar. In vielen Konzepten ist ohnehin ein Hochanschlag mit der Langwaffe vorgesehen. Diese Waffenhaltung kommt der Pistolenbereitschaftshaltung „Nordwärts“ sehr nahe und kann im Grunde als ihr Langwaffenäquivalent angesehen werden. Auch beim Hochanschlag mit dem Sturmgewehr macht sich der Anwender die Vorteile von Norte zu Nutze: Es existiert 360°-Sicherheit ohne nennenswerte Einschränkung des Sichtfeldes, Nachladetätigkeiten werden ergonomisch unterstützt und der Schütze verfügt dennoch über eine ausreichende Bewegungsfreiheit.



Wird Sul beim Einsatz von Gewehr und Flinte zur Anwendung gebracht, darf diese Waffenhaltung jedoch nicht mit dem Low-Ready Anschlag verwechselt werden. Bei Low-Ready verbleibt die Langwaffe mit dem Schaft in der Schulter. Lediglich die Mündung wird abgesenkt. Bei Sul mit einer Langwaffe befindet sich das Gewehr direkt auf der Körpermittellinie. Die Mündung zeigt wiederum in „Richtung Süden“, auf den Grund, einige Zentimeter vor dem Schützen. Mit „Langwaffen-Sul“ soll keine andere Bereitschaftshaltung ersetzt werden, sie sollte lediglich als Option zu anderen Waffenhaltungen wie High-Ready oder Low-Ready angewandt werden.

Donnerstag, 5. August 2010

CSAT Tactical Pistol Instructor

Neben dem Tactical Rifle Instructor Lehrgang bietet Paul Howe auch einen Tactical Pistol Instructor an. Der Kurzwaffenlehrgang basiert ebenfalls auf zehn einfachen Standardübungen. Die engen Zeitbegrenzungen bei den Übungen machen ihn zu einem der anspruchsvollsten Kurse in der Schießausbildungsszene.


Jede Schießtechnik funktioniert einwandfrei, so lange der Schütze ausreichend Zeit hat, sein Ziel zu treffen. Erst wenn durch das Einbinden der „Messgröße Zeit“ ein gewisser Druck und Stress erzeugt wird, offenbart sich die Vorteilhaftigkeit einer Schießtechnik bzw. das tatsächliche Leistungsniveau des Schützen. Paul Howe setzt diese Erkenntnis in all seinen Instructor-Kursen um. Der Teilnehmer hat neben einer theoretischen Prüfung auch einen praktischen Test zu bestehen, indem er mindestens acht der zehn Standardübungen fehlerfrei schießt.

Neun von zehn Übungen werden dabei von der 7 Yards Linie geschossen, eine aus der Entfernung von 25 Yards. Als Zielmedium dient eine modifizierte IPSC-Scheibe mit einer inneren Trefferzone von etwa 15cm mal 35cm. Die Gesamtschusszahl für alle zehn Standardübungen beträgt nur 25 Schuss.



Modern Isosceles
Paul Howe vermittelt wie viele andere Schießschulen auch in seinen Kursen ein System, das auf der Lehrmeinung des Modern Isosceles beruht. Diese Körperhaltung macht es dem Schützen einfacher, seinen Natürlichen Zielpunkt zu finden. Dadurch wird ein schneller erster Schuss aus der Bereitschaftshaltung heraus mit größerer Trefferwahrscheinlichkeit gewährleistet. Außerdem liegt die Waffe nach der Rückstoßverarbeitung im Idealfall von selbst wieder auf dem Ziel, was die Entwicklung hin zu schnellen Schussserien erleichtert. Zusätzlich tragen eine feste Grifftechnik und der typisch nach vorn geneigte Oberkörper zur besseren Rückstoßverarbeitung bei.



T-Shirt Drill
In der modernen Schießausbildung wird immer öfter versucht, Abläufe realitätsnäher zu gestalten. Das permanente Training mit Pappscheiben hat eine Konditionierung des Auges und des Bewusstseins zur Folge. Meist sind Pappscheiben symmetrisch ausgerichtet und verfügen über Hilfslinien, die das Zielen für den Schützen erleichtern sollen. In einer realen Konfrontation werden dem Schützen jedoch nie Hilfslinien zur Verfügung stehen. Abhilfe schafft hier beispielsweise die Trainingsvariante des T-Shirt Drill. Pappscheiben bekommen ein Polohemd übergestreift. Der Schütze hat jetzt weder einen Haltepunkt noch kann er die Treffer auf der Scheibe erkennen.




Die zehn Standards
1 Schuss aus der Bereitschaftsposition, 7 Yards, in weniger als 1 Sekunde
1 Schuss Ziehen aus dem Holster, 7 Yards, in weniger als 1,7 Sekunden
2 Schuss aus der Bereitschaftsposition, 7 Yards, in weniger als 1,5 Sekunden
5+1 Schuss aus der Bereitschaftsposition, 7 Yards, in weniger als 3 Sekunden
4 Schuss aus der Bereitschaftsposition mit Zielwechsel, 7 Yards, in weniger als 3 Sekunden
2 Schuss starke Hand, 2 Schuss Unterstützungshand, 7 Yards, in weniger als 5 Sekunden
1 Schuss nach erfolgter Störungsbeseitigung, 7 Yards, in weniger als 3 Sekunden
2 Schuss, Magazinwechsel, 2 Schuss, 7 Yards, in weniger als 5 Sekunden
1 Schuss Gewehr, Transition, 1 Schuss Pistole, 7 Yards, in weniger als 3 Sekunden
1 Schuss Ziehen aus dem Holster, abknien, 25 Yards, in weniger als 3,25 Sekunden



Fazit
Der sechstägige Pistol Instructor Kurs ist selbst für geübte Schützen eine Herausforderung. Permanente Wiederholungen von einfachen Bewegungsabläufen während der sechs Kurstage führen zu einer nachhaltigen Verbesserung der eigenen Schießtechnik. Der Kursteilnehmer lernt Technikfehler zu erkennen und diese abzustellen.
Aufgrund der aktuellen ITAR-Bestimmungen zum Export von Gütern und Dienstleistungen bildet Paul Howe derzeit ausschließlich US-Bürger aus.


http://www.combatshootingandtactics.com/

Der Kurs Pistole 3 der Akademie 0/500 basiert zu großen Teilen auf den Lehrinhalten des CSAT Pistol Instructor Kurses.
http://www.0-500.org/termine.html